Köstlichkeiten von Schorsch
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CLAUS ALLER: Ja, das ist richtig, in den 80er, teilweise auch noch zu Beginn der 90er Jahre habe ich im MOULIN ROUGE noch eine Ausstellung mit Performance-Vernissage gemacht und der Schimanko und der H. Bauzek haben mir noch ein paar Grafiken abgekauft, vor allem haben die ehrenwerten Herrn nie lange gefackelt sondern bar die Scheine aus der Hosentasche gezückt...aber heute leiden ja schon die Automatenaufsteller an BAISSE...
von Angela Dorrer
So. Jetzt bin ich schon seit einer Woche in Wien und bereite die Ausstellung und die urban pilgrimages vor. Ein kleiner Schock war der plötzliche Sommereinbruch schon, nachdem ich noch vor kurzem minus 38 in Montreal gehabt hatte, aber ich habe mich jetzt schon wieder ganz gut eingelebt, fahre mit dem Radl „umanand“ und treffe alte Freunde. Ich wohne bei den blumbergs in Ottakring, habe im 1. stock über der Galerie eine schöne knallblaue Gästewohnung mit einem komplett verspiegelten Bad (wie Kusama, die gerade im Haus der Kunst in München ausstellt!) und beginne hier zu arbeiten unter recht feinen Bedingungen: supernette Leute die kommunikativ, entspannt und zuverlässig sind, die gern kochen. Es gehen viele Freunde ein und aus, gibt nette Geschäfte in der Nähe, Radldistanz zum Zentrum, ein Bikramyogastudio in der Nähe, zwar kein sonniger Balkon, aber ganz wichtig gut funktionierendes W-Lan! Am Wochenende kochen die Blumbergs und ihre Freunde immer tolles Essen!
Vergangene Woche habe ich die Einladungskarte mit Edith gemacht und das Programm festgezurrt. Teils haben wir recht nette Titel u.a. "Es muss der Wein sein - Wien Deine Depressiven" oder „Bin im Leo. Wien - Raum für Künstler und Intellektuelle?“
Am spannendsten bislang war die Bekanntschaft mit Peter Czulak, einem ganz reizendem Ungar/FranzoseJjude/Wienerder in den 80ern in einschlägigen Lokationen Pianist und ein Protegee des „Roten Heinzi“ – der Pate Wiens J – gewesen war.
Interessant war, dass sich die Rotlichszene und die Kunstszene damals viel mehr gemischt hat als heute. Er erzählte viel, u.a. von der „living legend“ der „Dicken Berta“ – eine Prostutuierte, die bis ins hohe Alter gearbeitet hat. Sie hatte blonde Haare, 100 cm Oberschenkelumfang und trug einen weißen glitzernde Unterrock. Sie saß immer auf einer Bank an der Messeallee und die Interessenten warteten brav in Schlange, da sie beliebter (ja, auch beleibter) als die meisten Kolleginnen war.
von Angela Dorrer
20.04.2007, 10:49
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